YS1.12 – Krasse Gelassenheit trainieren (Video)

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Gelassenheit trainieren – ja das geht. Gelassenheit gepaart mit einer gewissen Sturheit sind der Schlüssel um Ruhe in den Geist zu bekommen.

Jeder sollte Gelassenheit trainieren um Ruhe in den Geist zu bekommen, denn das führt ganz automatisch zu Ruhe im Leben. Und wenn Ruhe im Leben ist, dann sind wir am Ziel: wir leben glücklich, entspannt und sind dabei so gesund wie es irgendwie nur möglich ist.

★★★ Für Eilige: Video-Zusammenfassung ★★★

Yoga-Sutra des Patanjali Vers 1.12 – Sturheit und Gelassenheit

अभ्यासवैराग्याअभ्यां तन्निरोधः ॥१२॥

abhyāsa-vairāgya-ābhyāṁ tan-nirodhaḥ ॥12॥

In der Balance aus Sturheit (Abhyasa) und Gelassenheit (Vairagya) wird der Zustand des Yoga erreicht. ||12||

Sturheit und Gelassenheit werden oft empfohlen

Viele nennen es allerdings nicht Sturheit, sondern Beharrlichkeit oder Ausdauer.

Das klingt nett und adrett.

Warum ich es vor ziehe von Sturheit zu sprechen, erfährst du weiter unten.

Sturheit ist ein bekanntes Erfolgsrezept!

Jedenfalls gilt: Dass ist nicht nur Patanjali’s Erfolgsrezept.
Die großen Coaches dieser Welt lehren alle dasselbe:

  • Sturheit, um vor allem in den schwierigen Zeiten, allen Widerständen zum Trotz, weiter zu kommen
  • Gelassenheit, um emotionale Energie zu sparen, und sich nicht aus der Fassung bringen zu lassen. Das machts leichter.

Mit diesem Rezept versetzt man Berge!

Warum Sturheit? Warum reichen Ausdauer und Beharrlichkeit nicht?

Das Bedeutungsspektrum von Abhyasa zeigt uns genau, wie das mit der Sturheit gemeint ist:

In der Übersetzung finden wir so langweilige Dinge wie

  • Wiederholung
  • Multiplikation
  • Übung
  • Drill und
  • Gewohnheit.

Es geht vor allem um eins: Dranbleiben!

Warum? Weil man nur so weiter kommt!

Patanjali lehrt uns den Umgang mit dem eigenen Geist

Das ist die höchste aller Künste.

Wer seine Gedanken zur Ruhe bringen will, hat sich etwas vor genommen, das schwerer ist als einen Sack Flöhe zu hüten.

Ich weiß nicht, was du für einen Geist hast. Meiner gleicht eher mehreren Säcken Flöhe. Ein Sack reicht für mich nicht. Da ist sowas von viel los …

Wenn ich in meinen Geist Ruhe rein bringen will, benötige ich als geübte Meditierende trotzdem ziemlich lange, bis das klappt.

  • Unter 20 Minuten gelingt das selten.
  • War vorher was Aufregendes los, dann kann es auch deutlich länger werden.
  • Bin ich gerade in einem Meditationsretreat, gehts entsprechend schneller.

20 Minuten bis es endlich los gehen kann, mit der wunderbaren Geistesstille, ist ein Mittelwert. Deshalb bringen mir Kurz-Meditationen nix. Ich meditiere lieber gleich mehrere Stunden. Das ist klasse!

Wie ist dein Mittelwert?

Jedenfalls … wenn ich nach 15 Minuten aufgeben würde mit dem Gedanken „Das klappt bei mir nicht„, dann käme ich nie in die wundervolle Erfahrung der Gedankenstille.

Mit konsequenter Sturheit bahne ich mir regelmäßig meinen Weg.

Täglich.

Das ist Sturheit.

Umgang mit dem eigenen Geist braucht Sturheit!

In den meisten Fällen ist eine gesunde Sturheit erforderlich! Klick um zu Tweeten

Dieselbe Beobachtung, nur mit anderen Zeiträumen, machen wir in der Yogatherapie.

Auch für die Aktivierung von Heilungsprozessen ist oft Sturheit nötig.

Der Geist gilt als Verursacher chronischer Erkrankungen

Chronischen Erkrankungen werden fast immer sehr stark von emotionalen Zuständen begleitet.

Chronische Erkrankungen werden (auch) von emotionalen Zuständen verursacht, nicht nur begleitet. Emotionen sind oft ein Auslöser. Damit sich emotionale Zustände als Krankheit manifestieren können, braucht es viel Ausdauer … Sturheit im negativen Denken. Sonst wird das mit der Krankheit nichts.

Will ich diese Krankheiten wieder los werden, muss ich die verursachenden Emotionen auflösen.

Das benötigt mindestens genauso viel Sturheit, wie das Herbeiführen der Erkrankung über negative Emotionen. Nur dass wir hier nicht von Minuten sprechen, sondern von Monaten. Manchmal auch Jahren.

Je eher ich damit beginne, um so besser sind die Chancen.

Sind durch die Krankheit die Organe und Gewebe erst mal „richtig“ geschädigt, wird es schwer in einen symptomfreien Zustand zu kommen. Von echter Heilung ist dann nur noch seltenst zu sprechen.

Das beschränkt sich natürlich nicht auf Genesungsprozesse, sondern gilt genauso für alle Lebensstil-Veränderungen. Wenn ich aus der Gewohnheit des Unglücklich sein herauskommen will, braucht das eine gewisse Zeit, in der ich täglich daran arbeite.

In der täglichen Meditation. Es geht um die Um-Erziehung des eigenen Geistes.

Wir sprechen hier vom Aufbau positiver Gewohnheiten.

Das Ziel ist : aus Gewohnheit glücklich leben.

 

Yoga ist ein Lebensstil, und
keine Körperertüchtigungsmaßnahme!

Vairagya ist krasse Gelassenheit

Spannend ist in diesem Zusammenhang auch die tiefere Bedeutung von Vairagya

Hier gehts um ziemlich krasses Loslassen – bis hin zu …

  • Ablehnung
  • Asketentum
  • Rückzug von allem Weltlichen.

Das ist schon ziemlich heftig.

Und es ist mehr, als das was wir allgemein unter netter, adretter „Gelassenheit“ verstehen.

Es ist ein sehr klares „auf dem eigenen Weg bleiben“, das nicht bereit ist sich irgendwie von anderen wieder zurückholen zu lassen.

Es ist nicht nur ein entspannt bleiben, wenns drumrum turbulent wird.

Vairagya ist mehr.

Deutlich mehr.

Vairagya ist der radikale Bruch mit dem Stress im Leben

Vairagya ist der radikale Bruch mit weit verbreiteten Gepflogenheiten.

Die gesamtgesellschaftliche Vereinbarung, dass man unbedingt im Stress leben müsse gehört zu diesen Gepflogenheiten. Unser gestresstes Leben ist eine Vereinbarung.

Du glaubst das nicht? Lies weiter … du wirst staunen.

  • Stell dir mal vor, du hättest beschlossen ab sofort Stress aus deinem Leben zu verbannen.
  • Komplett.
  • Du akzeptierst keinerlei Einflüsse, die dich stressen. Du lehnst sie sogar ab!
  • Jegliche Form der Unruhe verbannst du aus deinem Leben.

Erkennst du Vairagya in diesem Szenario wieder?

Bestimmt? Gut.

Weiter gehts.

Was geschieht, wenn du Stress aus deinem Leben verbannst?

Du wirst schnell erleben, dass deine lieben und wohlmeinenden Mitmenschen das nicht akzeptieren. Ob sie das nicht wollen, oder eher nicht können, lass ich mal offen.

Du hörst dann so Dinge wie:

  • „So geht das nicht“
  • „Das kannst du doch nicht machen“
  • „Du bist doch krank“
  • … usw.

Eine Kursteilnehmerin hat mir neulich berichtet, dass ihre Familie ihr allen ernstes unterstellt hat, sie wäre psychisch krank!

Das nur, weil sie beschlossen hat, sich von den emotionalen Turbulenzen, die in dieser Familie normal sind, zu lösen.

Sie spielt da nicht mehr mit.

Die Frau ist super gesund!

Krasser Rückzug machts TROTZ dem möglich!

Du willst den Stress aus deinem Leben verbannen, und Yoga als Lebensstil implementieren? Um so was durch zu ziehen, brauchst du dringend Vairagya.

Vairagya ist krasse Gelassenheit.

Und zwar in der Form, wie sie uns das Sankrit-Lexikon nahelegt:

  1. Massiver Rückzug von dem was uns ablenkt. Und dann folgt …
  2. Abhyasa – stur dran bleiben!

Wer seine tägliche Yogapraxis so aufbaut, wird auf jeden Fall tief ins Yoga eintauchen.

Die Alltagsbefindlichkeit wird sich deutlich entspannen. Dein Alltag hört auf dich zu stressen.

Die persönlichen Ziele werden, wenn in dieser Intensität verfolgt, sicher erreicht.

Auch dann, wenn es etwas dauert. Du bleibst dran.

Du bist gelassen.

Krass gelassen.

Und stur!

Krasse Gelassenheit mit Sturheit verbunden, ist ein sicheres Erfolgsrezept.

Es ist weltweit immer und überall dasselbe:
Sturheit und krasse Gelassenheit führen zum Ziel!

Gelassenheit trainieren: Bleib stur in der Spur! Klick um zu Tweeten

Im nächsten Sutra erklärt uns Patanjali wie man dahin kommt. Yoga-Sutra des Patanjali Vers 1.3 – Standhaftige Beharrlichkeit. Dort gibt’s auch zwei kleine Meditationen, die dir helfen Standhaft zu bleiben.

Selbstbestimmung sicher leben

Wenn es dir schwer fällt, dich auf dein eigenes Ziel hin auszurichten, dann wirst du vermutlich – so wie oben beschrieben – von anderen daran gehindert. Das muss nicht immer gezielte Absicht sein.

Oft sind es unbewusste Prozesse, die uns manipulieren. Das ändert aber nichts an der Manipulation. Lies hier, wie du das loswerden kannst: Manipulation erkennen und Fremdbestimmung auflösen

Die Abkürzung

Wenn du das Yoga-Sutra des Patanjali zwar interessant findest, aber einen Weg suchst, um vor allem schnell weiter zu kommen, dann ist das hier deine Abkürzung: 

 

Der nächste Schritt auf dem Weg

Standhaftigkeit, bzw. standhafte Gelassenheit – Das mit der Standhaftigkeit ist ja auch nicht immer so einfach.

Zur Gesamtübersicht über Patanjalis Gelassenheits-Tipps kommst du hier: Gelassenheit Lernen.

 

2 thoughts on “YS1.12 – Krasse Gelassenheit trainieren (Video)

  1. Garuda

    Krass. Danke, Mahashakti, für die umgangssprachliche und somit auch knallharte Übersetzung dieser Sutra. Das ist nichts für Weicheier und Dünnbrettbohrer. „Übung und Loslassen“ sagen jene zu Abhyasa und Vairagya. Sturheit und krasse Gelassenheit – muss ich mir merken! Om Namo Narayanaya

    Reply

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