#14.1 Yoga-Begriffe I: Buddhi, Atma, Guna, Dosha

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Die vielen fremden Yoga-Begriffe, diese seltsamen Fremdworte, das sind Yoga-Fachworte. Es ist die Fachsprache des Yoga.

Es handelt sich immer um besondere Yoga-Wörter, Yoga-Begriffe, welche die besonderen Inhalte des Yoga transportieren. Sie greifbar machen.

Es gibt keine korrekte Übersetzung dafür!

Es handelt sich immer um Sanskrit-Begriffe. Sanskrit ist die Fachsprache des Yoga. Wer Yoga ernst nimmt sollte sich mit der besonderen Bedeutung der Yoga-Fachsprache, des Sanskrit beschäftigen. Sonst kann Yoga nicht korrekt verstanden werden.

Bist du glücklich mit Yoga, Sanskrit erklärt dir warum!

Lassen wir uns von Lore Tomalla erklären, was sie Bedeutung. Lore hat ungezählte yogische Sanskrit-Texte ins Deutsche übersetzt. Sie erklärt die Bedeutung der Yoga-Begriffe aus einem sehr tiefen Verständnis heraus.

Warum die vielen fremden Worte im Yoga?

Warum benutzen deutsche Yogalehrer so viele indische Fremdworte, wenn sie Yoga-Unterricht geben?

Das erklärt sich daraus, daß …

  1. Jede Wissenschaft ihre Fachsprache hat und
  2. Daß es für diese Fachwörter kein genaues deutsches Wort gibt.

Der Yogalehrer erklärt das Fachwort einige Male ausführlich und muß dann erwarten, daß seine Zuhörer wissen, was gemeint ist, wenn er das Fachwort benutzt, denn es ist einfach zu zeitraubend, jedes Mal sämtliche Aspekte des Fachwortes zu erläutern.

Im Yoga nimmt man sich viel Zeit für die Verinnerlichung, für das in sich hinein lauschen.

Wir sind es gewohnt, uns auf unsere Arbeit zu konzentrieren und haben darüber vergessen,
was jeder Ingenieur als erstes bei seinem Studium lernt — und was ihm später im Beruf der REFA—Ingenieur wieder abgewöhnt:

Der Mensch ist das Maß aller Dinge.

Soll bedeuten, daß der Mensch die Maschine steuert, und daß die Maschine eben nicht denken kann, d.h. nicht umdenken, wenn sich eine neue Situation ergibt. Sie muß neu programmiert werden.

Auch unser Denkapparat hat es manchmal schwer mit dem umdenken, mit dem sich anpassen an neue Situationen.

Das Denken lauft ab in seit Generationen eingefahrenen Gleisen, wir tun uns schwer damit, neue Situationen zu erfassen und, das ist das wichtigere, sofort im Moment auch danach zu handeln, es in die Tat umsetzen.

Yoga will uns dazu erziehen, unser Buddhi optimal zu gebrauchen.

Buddhi ist nicht nur Verstand.

Buddhi ist dasjenige, was das, was wir sehen, hören, betasten, schmecken, riechen — also durch unsere Wahrnehmungsorgane (Indriyas) erfahren können, umsetzt in begriffliches Denken.

Aha —das ist der Duft einer Rose — und das ist der Duft einer
Nelke und das ist Lavendelduft.

#1 – Buddhi hat die Fähigkeit, für Viveka, die Unterscheidung.

Vivekakhyati „die Unterscheidung sehen”, sie wissen, sie erkennen wird bereits mit mehreren Femdwörtern erklärt.

Patanjali, der indische Weise, der für den in Deutschland meistens praktizierten Yoga maßgebend ist, hatte eine meditative Erfahrung. Er sagt:

Purusha und Prakriti sind verschieden voneinander.

Purusha wird erklärt als diese allesdurchdringende Höchste Wirklichkeit, die als konkretes Objekt nicht wahrgenommen werden kann.

Prakriti ist die zweite Wirklichkeit, die ewig ist, ein Naturvorgang.

  • Purusha ist ewig—geistig
  • Prakriti ist materiell.

Alle materiellen Dinge sind Prakritihaft.

Purusha ist das allem innewohnende geistige Prinzip.

Wenn sich Purusha mit Pradhana, …

… der in der Leere latent vorhandenen Möglichkeit ins Dasein zu treten verbindet, geschieht Verwirklichung.

Es kann sich das Ewige, Immerwährende in die Maya, die Täuschung, das Endliche hinein materialisieren.

Linga ist der Subtilkörper, dieser gehört zum Purusha als sein Gunatmika Teil.

Das Wort ist zusammengesetzt aus …

  • Guna: drei Eigenschaften: Rajas, Tamas und Sattwa und
  • Atmika: Faden, Strähnen, die unsere Seele an den Körper binden — also Purusha und
    Prakriti zusammenhalten, miteinander verbinden, im Großen (Weltall) wie im Kleinen (menschlicher Körper).

Durch die Strähnen der Atmika’s überträgt sich seelisches Leiden auf den Körper. Deshalb kann seelisches Leiden körperlich krank machen und umgekehrt.

Großes Geheimnis:
Weil Yoga die Seele gesund erhält. kann man eigentlich gar nicht krank werden, wenn man Yoga übt

#2 – Atma ist das allerheiligste Sein

Atma ist das, auf das wir uns im Nirguna (ohne Gunas) Dhyana konzentrieren, ohne die Vorstellung eines Bildes oder Objektes — oder was—auch—immer.

Bitte, nicht mit Gott verwechseln.

  • Yoga befaßt sich auf unterscheidende Weise mit den letzten, kaum noch erkennbaren, höchsten Werten.
  • Religion geht darüber hinaus in nicht mehr – begreifliche transzendentale Wirklichkeiten, die nur noch dem gläubigen Herzen durch Gottes Gnade sich eröffnen.

Nur derjenige, den Gott erwählt, von dem wird er begriffen, Gott offenbart sich ihm.

Es ist wichtig zu unterscheiden, daß Yoga ein Weg ist, den menschlichen Körper zu dem zu machen, was er ohne Yoga nicht sein kann: Körper, Seele und Geist werden „geeint“, zu harmonischem Miteinander.

Der Konflikt Yoga kontra Religion stellt sich nicht.

  • Religion will ”zu Gott” führen.
  • Yoga bleibt im irdischen.

Yoga führt den Menschen erst mal zu sich selbst. Der Yogi erkennt bestenfalls das Wirken Gottes in allem — auch in sich selbst.

Der Yogi lernt, mit diesen Erkenntnissen umzugehen.

Nicht nur zu seinem eigenen Wohl, auch zum Wohle anderer.

Man kann es vielleicht so erklären:

Alle Gedanken aller Menschen, die bisher lebten, vereinigen sich zu einer Art Gedankenmeer. Jeder von uns tut seine Gedanken in dieses Gedankenmeer mit hinein.

Jeder von uns hat also die Möglichkeit, dieses Gedankenmeer läutern zu helfen — oder es mit schlechten Gedanken zu vergiften.

#3 – Die Gunas

… sind ohne Yoga nicht in Harmonie, es herrscht immer eines vor:

  • Rajas (Aktivität)
  • Tamas (Ruheprinzip) und
  • Sattwa (geistige Tätigkeiten).

Unsere Vrittis d.h, die Strudel, die Bewegungen in unserem Denkorgan sind die Gedankenvorgänge. Die Trigunas (drei Eigenschaften) gehören zu Pradhana, dem
Konzept der Vyakta (manifestierte Natur) im Gegensatz zum Nichtmanifestierten der Möglichkeit, in Erscheinung zu treten.

Die Gunas gehören zu den 96 Tattwas (Soheiten)

Tattwas können sichtbare Dinge sein. Oder auch unsichtbare reine Begriffe, zum Beispiel die inneren Feinde, die der Yogi überwinden muß, die Dehadoshas, die im Körper wohnenden
„bösen” Kräfte.

  • Kama im Mula Chakra
  • sexuelle Wünsche
  • Krodha im Manipura Chakra (Zorn)
  • Lobha im Wunschdenken (Gier)
  • Moha wird mit dem Klesha (leid-bewirkendes Hindernis) Asmita (Unfähigkeit zu erkennen, dass Purusha und Prakriti verschieden sind) gleichgesetzt.
    • Es gibt aber acht Formen von Moha zu denen Bequemlichkeit, Faulheit und Stolz gehören, sowie Raga (Übereifer) und Dvesha (Hass).

#4 – Dosha heißt „Fehler im Denken“!

Diese Denkfehler können sich im Körper festsetzen, z.B. Zorn im Bauchraum.

Kennen Sie den Ausspruch ”Ich habe Wut im Bauch?” Wie einfach spricht doch der Volksmund esoterische Wahrheiten aus!

Zorn macht uns krank, also sollten wir auf ihn verzichten und zwar in Gedanke, Wort und Tat. Nicht aus Angst, weil er uns krank machen könnte, sondern aus Überzeugung, das Gedankenmeer vor Denkgiften zu bewahren.

Weil die Religionen alle dasselbe sagen („kein Hass kein Zorn“), so wird Yoga oft mit Religion gleichgesetzt. Das ist ein schwerer Fehler.

Yoga ist keine Religion, will keine sein

  1. Aber Yoga wird niemals diesen religiösen Wahrheiten widersprechen.
  2. Yoga will in den Alltag integriert werden, wir sollen bestimmte Übungen ausführen.

Es geht darum, wirklich täglich, zur von uns gewählten Zeit, ganz praktisch Pranayama, die Atemschulung, durchführen.

Das hilft, Doshas (Fehler) überwinden.

Im nächsten Beitrag geht es weiter mit
einer spannenden Betrachtung über Chitta

 


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