Yoga-Lehrer und Yoga-Therapeut sein – die Kraft einer besonderen Beziehung

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Bei meiner heutigen Morgenlektüre (s. unten) ist mir ein sehr schöner Abschnitt begegnet, der ganz klar und einleuchtend beschreibt, was wirklich wichtig ist, um im Yoga gut voran zu kommen. Die resultierende Erkenntnis möchte ich gerne weitergeben, da ich glaube, das diese Sichtweise viele Yogalehrer und auch Schüler auf ihrem Weg inspirieren kann.

Desikachar, ein Sohn des bekannten Krishnamacharya, verwendet hier das Bild eines zweirädrigen Karrens, so einer wie hier etwa:

Der Karren des Yoga

Der Karren des Yoga

Der Lehrer ist das eine Rad, der Schüler das andere Rad. Die Achse dazwischen stellt die Beziehung der beiden miteinander dar. Diese Beziehung zwischen den beiden aufeinander eingestimmten Persönlichkeiten, d.h. ,die Achse und die beiden zusammenpassenden Räder, bilden das tragende Element, welches das Vorankommen auf dem Yoga-Weg ermöglicht.

So gut wie diese Konstruktion ist, so stabil und ausdauernd, so gut kommen beide gemeinsam auf ihrem Weg voran, denn Schüler und Lehrer entwickeln sich immer gemeinsam. Ist das so nicht der Fall, dann fahren sie im Kreis, oder bleiben stecken. Zerbricht die Beziehung (Achse), dann erleiden beide miteinander Schiffbruch. Sind die beiden Räder nicht so gebaut, das sie gut miteinader harmonisieren, dann wirds holprig.

Die Deichsel repräsentiert die Anstrengung, die erforderlich ist, um weiter zu kommen. Denn egal wie stabil die Lehrer-Schüler-Beziehung ist, ohne Anstrengung geht nichts. Und diese Anstrengung ist gemeinsam aufzubringen. Manche Schüler meinen, das sie sich keine Mühe geben müssten auf dem Weg, da sie einen so guten Lehrer haben, diese werden nicht so recht vorankommen. Das entspricht dann einem Karren bei dem das eine Rad angetrieben wird und das andere nicht. Allein die Vorstellung solch eines Karrens macht klar wo das Problem liegt.

Beim Lehrer ist es genauso: auch er muss sich Mühe geben und seinen Teil beitragen, das der Schüler sich entwickeln kann, denn nur gemeinsam gehts weiter, einer alleine schaffts nicht. Damit ist auch klar, das die Anzahl der echten Schüler, die ein Lehrer haben kann, relativ begrenzt sein muss.

Es gibt bei vielen Lehrern sicher noch eine ganze Reihe weitere Menschen, die sich als Schüler fühlen, und die ihren Lehrer eher aus der Ferne erleben. Sie haben keine enge Beziehung zu ihm, keine tragfähige gemeinsame Achse. Sie sind mehr als “inspiriertes Einrad” in seinem Gefolge unterwegs. Auch das kann natürlich – je nach Einzelfall – gut funktionieren.

Die tragende Beziehung als Basis-Element des Yogaweges wird u.a. auch von Desikachar als sehr wichtig angesehen, um sich den durch intensive Meditation, Pranayamas, Asanas und weiteren Kriyas angestossenen Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur wirklich öffnen zu können, um sich in den Veränderungs- und Wachstums-Prozess hineingeben zu können und die Transformation vollständig zu durchlaufen.

Die Veränderungen die durch Yoga angestoßen werden, können sehr tiefgreifend wirken, und phasenweise Unsicherheiten hervorrufen, die ihre Wurzel in inneren Konflikten und Erlebnissen haben, die u.U. längst vergessen sind, aber dennoch im Unterbewussten weiter wirken. Die Menschen die sich nicht in der Rolle des inspirierten Einrades sehen, für die ist eine solche tragende Beziehung dann ein wesentliches Element, um sich im Trubel der damit verbundenen inneren Turbulenzen sicher fühlen zu können, um mit positiven Erlebnissen durch den Prozess hindurch zu kommen. Im Artikel “Kannst du die Fragen deiner Yoga-Teilnehmer sicher beantworten?” gehe ich auf einen speziellen Aspekt dieser Beziehung ein, der vor allem Yogalehrer betrifft.

Eine ganz besonders wichtige Funktion kommt der tragenden Beziehung zwischen Yoga-Therapeut und Yoga-Patient im Rahmen einer yogatherapeutischen Behandlung zu. In der Yogatherapie geht es ganz gezielt und bewusst darum, den Veränderungsprozess anzustossen und am Laufen zu halten, dessen Ziel die verbesserte Gesundheit und Lebensfreude des Yoga-Patienten ist. In diesem speziellen Kontext ist die Transformation besonders sensibel. Gerade Yoga-Therapeuten müssen sich daher der ganz besonderen Bedeutung dieser Beziehung immer im Klaren sein, und diese Bedeutung auch ganz klar ihren Patienten vermitteln. Wenn sich beide dessen bewusst sind, und achtsam damit umgehen, dann wird die Yogatherapie-Behandlung sicher zu guten Ergebnissen führen.

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Das ist das Buch, um das es geht.

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