YS1.16 – Mental-Minimalismus macht frei (Youtube-Video)

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Mental-Minimalismus macht frei

Mental-Minimalismus macht frei! Wer sich auf das Wesentliche konzentriert, kommt nicht nur weiter, sondern hat auch weniger Störungen zu ertragen. Es braucht auf Dauer einfach weniger Energie dem eigenen Weg zu folgen.

“Mental-Minimalismus macht frei” bedeutet: Verbanne alles aus deinem Geist, dass da nicht hingehört. Denn nur dann wirst du wirklich frei. Frei von allen Störeinflüssen, Ablenkungen, und Manipulationen.

Patanjali bringt das sehr gekonnt auf den Punkt:

★★★ Für Eilige die Video-Zusammenfassung ★★★

Yoga-Sutra Patanjali Vers 1.16 – Gelassenheit befreit von weltlichen Einflüssen

तत्परं पुरुषख्यातेः गुणवैतृष्ण्यम् ॥१६॥

tatparaṁ puruṣa-khyāteḥ guṇa-vaitr̥ṣṇyam ॥16॥

Enge Verbundenheit mit dem Wesentlichen löst alle (anderen) Bindungen, und führt in die Freiheit. || 16||

Die Bedeutung der einzelnen Vokabeln

Die Vokabeln dieses Verses sind sehr vielschichtig und “offen für alternative Wahrheiten”. Deshalb wollen wir erst mal die Vokabeln klären.

  1. tatpara – eng verbunden sein
  2. puruṣa – Mensch, das Höchste, die Seele, die Pupille im Auge (i.S. v. das Herz der Sache)
  3. khyāti = das genannte, das was genannt wird, bekannt als …
  4. Guna – das Seil, die Qualität, Vokal
  5. Vaitrisnyam – Freiheit von allen Wünschen und jedem Verlangen, Abschrecken des Durstes

Die gängigen Interpretationen

Dieser Vers wird gerne so oder ähnlich interpretiert:

Wahre Gelassenheit entsteht, wenn der Yogi sich mit dem Höchsten verbindet. Dann wird er frei von den Einflüssen der Gunas, der Naturkräfte.

Das klingt natürlich toll. Aber …

Irgendwie hab ichs wohl nicht so mit mystischer Heiligkeit. Tut mir leid.

Wenn ich mich auf die jeweiligen Bedeutungen der Vokabeln dieses Verses konzentriere, dann komme ich zu dieser Übersetzung:

Wenn du dich auf das Wesentliche, auf den Kern der Sache konzentrierst, dann haben andere Einflüsse keine Macht mehr über dich.

Und DAS kann ich wieder mal aus eigener Erfahrung bestätigen!

Das ist auch der Kernsatz, den so ziemlich alle Erfolgstrainer aller Sparten und Zeiten immer wieder von sich geben.

In den verschiedensten Variationen natürlich.

Jeder nach seinem Gusto.

 

Zitate zu “Mental-Minimalismus”

Hier einige sehr schöne Beispiele von geistigen Grössen verschiedener Epochen:

  • “Lerne Konzentration und wende sie in jeder Weise an. So verlierst du nichts. Wer das Ganze hat, hat auch die Teile.” (Swami Vivekânanda)
  • “Der Ziellose erleidet sein Schicksal – der Zielbewusste gestaltet es.” (Immanuel Kant)
  • “Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt. (Gotthold Ephraim Lessing)
  • “Wer zwei Hasen jagt, fängt keinen.” (ungarische Weisheit)
  • “Wer sich entschieden hat, etwas zu tun, und an nichts anderes denkt, überwindet alle Hindernisse.” (Giacomo Girolamo Casanova) … ahem … ausgerechnet der!
  • “Wenn ich so viele Dinge erreicht habe, so liegt es daran, daß ich immer nur eine Sache zur gleichen Zeit wollte.” (William Pitt) … das geht mir auch so.
  • “Wer sich leicht ablenken läßt, muß viele Umwege in Kauf nehmen.” (Ernst Ferstl)
  • “Es ist schwer, viele Wege des Lebens zugleich zu gehen.” (Pythagoras von Samos) … ein grosser Weiser der westlichen Welt!
  • Wenn du gehst, geh einfach nur. Wenn du sitzt, dann sitz einfach nur. Aber schwanke nicht. (Yun-Men) … genau so.

Diese Aufzählung ließe sich endlos fortsetzen.

Und ich glaube, du weist was gemeint ist.

Deshalb ende ich hier.

Abschließend noch eines:

Du musst wissen, was DU willst!

Du hast in jeder beliebigen Entscheidungssituation immer genau diese drei Möglichkeiten:

  1. Anpassen – Du kannst dich an die Wünsche und Vorstellungen anderer anpassen. Das ist am bequemsten.
  2. Widersetzen – Du kannst dich gegen die Wünsche und Vorstellungen anderer wehren. Das ist Energieeinsatz ohne Nutzen, weil es zu nichts führt.
  3. Fokussieren – Du kannst das tun, was Du selbst willst. Der erste Schritt ist oft erst mal schwer. Und (UND!!!) er bringt dich auf DEINEM Weg am weitesten. Das ist Energieeinsatz mit Nutzen.

Was wählst du?

Eins ist klar: für Schritt 3 brauchst du ein klares Ziel, einen Fokus.

  1. Sonst bist du ohne Orientierung.
  2. Ohne Orientierung gibt’s keinen Weg, den du gehen könntest.

Aber WENN du dein Ziel kennst, wenn du das FÜR DICH Wesentliche bestimmt hast, dann gilt Patanjalis Vers in vollem Umfang:

Enge Verbundenheit mit dem Wesentlichen löst alle (anderen) Bindungen, und führt in die Freiheit.

Das Wesentliche ist das, was du als einen Fokus, dein Ziel auserkoren hast. Das ist “das Wesen der Sache” für DICH. Mental-Minimalismus bedeutet alles Unwesentliche aus dem eigenen Geist zu verbannen.

Das ist der Kern der Sache. Die Pupille im Auge (s. oben die Übersetzung zu Purusha)

Wähle dein Ziel, deinen Fokus

Du hast die freie Wahl, bezüglich deines Zieles. Was wählst du?

Mental-Minimalismus macht den Weg frei

Wenn es dir in bestimmten Situationen schwer fällt dein eigenes Ziel im Auge zu halten, und an deinen Vorhaben dran zu bleiben ohne dich ablenken zu lassen, dann stärke selbstbewussst dein Konzentrationsvermögen. Ein gut entwickeltes Selbstbewusstsein hilft dir enorm dabei.

Dich in dir selbst zu verankern ist dein Weg zum Ziel. Klick um zu Tweeten

Hier findest du einige Anregungen von mir, wie du das hin bekommst: Selbstbewusstsein mit Yoga stärken

Die Abkürzung

Wenn du das Yoga-Sutra des Patanjali zwar interessant findest, aber einen Weg suchst, um vor allem schnell weiter zu kommen, dann ist das hier deine Abkürzung: 

 

Der Haupt-Aspekt dieses Themas …

… ist hier – YS1.12 – Krasse Gelassenheit trainieren (Video)

Zur Gesamtübersicht über Patanjalis Gelassenheits-Tipps kommst du hier: Gelassenheit Lernen.

 

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