Yoga-Buch #4.3 – Vayu Sadhana nach Dr. Bhole (1/2)

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VAYU – die universelle Lebensenergie

Lebensenergie nennt man im Yoga Vayu. Sie äußert sich fünffach: als Prana, Apana, Vyana, Samana und Udana Vayu.

  • Vyana Vayu bewirkt lineare Bewegungen, die unsere motorischen Bahnen, die efferenten Nervenbahnen zu den Muskeln schicken und dann bewegt sich der Muskel.
  • Udana Vayu läßt den “Beobachter” wahrnehmen. Es sind die afferenten Nervenbahnen, die aus dem Körper zum Gehirn führen und die Erfahrung, die Empfindung melden. Es ist eine sensorische Aktivität.
  • Prana Vayu kennen wir schon: Wir haben die Ausdehnung und das sich-wieder-einengen während der Atembewegung wahrgenommen. Aber auch die Lungen dehnen sich aus, auch das Herz dehnt sich aus, der Magen dehnt sich bei Nahrungsaufnahme aus, alles dies ist Prana Vayu.
  • Das Wieder-Einengen wird durch Apana Vayu bewirkt. Apana Vayu scheidet aus: Die verbrauchte Atemluft, Harn, Kot, auch Schweiß, auch die Geburt ist ein Vorgang, bei dem Apana Vayu tätig ist. Es ist ein “Wehen” im Körper, das diese Wirkkraft besitzt.
    Vayu heißt nicht direkt Wind, sondern ist ein Vergleich mit der als Wind oder Sturm spürbaren Luftbewegung.
    So sind dann auch die “Stürme der Geburt” Auswirkungen des Apana Vayu.
  • Samana Vayu ist Gleichgewicht, Harmonie. Es ist Abwesenheit von Hunger und Durst, Gleichgewicht der Hormone und Stabilität der Gesundheit: die Homöostasis – Konstante.

Vayu äußert sich in den genannten verschiedenen Aktivitäten. Etwa so wie wir es von Elektrizität kennen. Wir können sie nicht sehen, aber benutzen.

Die Äusserungen von Elektrizität

  • Wir stellen das Radio an und die Elektrizität äußert sich als Klang.
  • Wir drehen die Heizung an und die Radiatoren bescheren uns die Elektrizität als Wärme.
  • Wir drücken einen Schalter und eine Lampe läßt uns die Elektrizität als Licht erleben.
  • Wir haben einen Kühlschrank und erleben die Elektizität als Kälte.
  • Wir können sie auch als Farbe und / oder Form erleben.

Das nur als Beispiel für die verschiedenen Äußerungen des Vayu als Prana, Apana, Vyana, Samana und Udana. Wenn wir Pranayama üben, arbeiten wir mit diesen Vayus.

Solange Vayu sich im Körper bewegt, ist Leben darin, wenn Vayu den Körper verläßt, stirbt der Mensch. (Hatha Yoga Pradipika Kapitel 2 Vers 4)

Patanjalis Vrittis

Pranayama-Yoga-Vrittis

Abb. 1 – Vrittis im Alltag

Abbildung 1 zeigt einen Krug mit Wasser. Die Wasseroberfläche ist bewegt. Das sind unsere Gedankenwellen, so wie sie im Alltag stattfinden.

Abb. 2 – Vrittis in der Meditation

Abbildung 2 zeigt einen Krug mit Wasser. Die Wasseroberfläche ist ruhig. Es sind keine Gedankenwellen da. Wir meditieren, wir haben unsere Gedankenwellen zur Ruhe  gebracht.

Citta Vrtti nirodhah

“Yoga bedeutet, daß die Gedankenwellen sich beruhigen.”

(Patanjali Yoga Sutra Kapitel 1 Vers 2)

Wenn sie durch Meditation zur Ruhe gebracht wurden, das ist Samadhi, gesammelt Sein, nicht denken. Die Prana Kraft ist vorhanden, aber sie ist nicht aktiv während Samadhi.

Abb. 3 – Vrittis eines Toten

Abbildung 3 zeigt einen Krug ohne Wasser.

So ist eine Leiche. Es ist kein Vayu mehr vorhanden. Der Mensch ist tot. Vayu ist Energie. Vayu löst Impulse aus. Vayu äußert sich aber a u c h als der Impuls, der z.B. den Muskel bewegt oder eine Empfindung meldet, oder einen Ausscheidungsvorgang hervorruft und bewirkt.

Diese Vayu Energie bewegt sich in NADIS. Diese Nadis sollten rein sein.


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EMOTIONEN besänftigen und Verspannungen lösen

Da wir Fehler machen, Ernährungsfehler oder mentale Fehler, z.B. Ärger, der sich steigert zu Zorn, Wut, Haß oder ein Wunsch, der sich steigert zu Gier, Neid und Mißgunst oder vergleichbare Denkfehler produzieren wir Vrittis.

Diese Fehler äußern sich zunächst als Verkrampfungen im Denken:

  • Das ist wie eine defekte Schallplatte, die einen bestimmten Teil einer Melodie immer wiederholt.
  • Es ist sehr leicht zu bemerken: wenn uns das passiert, ballen sich unsere Hände unwillkürlich zur Faust.
  • Es gibt aber auch in der übrigen Muskulatur Verspannungen. Das führt zu Blockaden in der Energieversorgung des menschlichen Körpers.

Durch Üben von Asanas werden diese Körpergegenden gedehnt und die Blockaden können sich auflösen.

Wenn sehr feste Blockaden bestehen, kann es vorkommen, daß es einen kurzen, heftigen Schmerz gibt, wenn die Energie die Blockade durchbricht.

Wechselatmung löst die Blockaden in den Nadis auf sanfte Weise

Es gibt eine sehr milde Form, die Nadis vor Blockaden zu bewahren oder sie wieder durchlässig zu machen, das ist NADI SHUDDHI PRANAYAMA. Manche nennen es auch ANULOMA VILOMA PRANAYAMA. In deutschen Yogaschulen ist der Name Wechselatem gebräuchlich.

Wir benutzen die rechte Hand, und zwar den Daumen, um das rechte Nasenloch zuzuhalten und abwechselnd Ringfinger und kleinen Finger, um das linke Nasenloch zuzuhalten.

Zeigefinger und Mittelfinger werden in die Hand eingefaltet, so daß die beiden Fingerkuppen im Handteller liegen.

Wir sitzen aufrecht, entweder wie beschrieben auf dem Stuhl – oder im Schneidersitz, Halblotos auf unserem Kissen. Wir halten den Rücken aufrecht, dehnen ihn sogar noch etwas hoch und halten Hals und Kopf in Verlängerung der Körperachse.

So geht die Wechselatmung

  1. Der Daumen der rechten Hand schließt das rechte Nasenloch.
  2. Nun geschieht die verlangsamte Einatmung, die im Yoga Puraka genannt wird.
    Nach Beendigung derselben schließen Ringfinger und kleiner Finger das linke Nasenloch und wir heben den Daumen vom rechten Nasenloch ab, für die Ausatmung.
    Es geschieht die verlangsamte Ausatmung, die im Yoga Rechaka genannt wird.
  3. Nach Beendigung von Rechaka bleiben Ringfinger und kleiner Finger am linken Nasenloch und es geschieht Puraka durch das rechte Nasenloch.
    Nach Beendigung von Puraka hält der Daumen das rechte Nasenloch zu, wir heben Ringfinger und kleinen Finger vom linken Nasenloch ab, und es geschieht Rechaka durch das linke Nasenloch.
  4. Das ist eine Runde Nadi Sodhana Pranayama.

So wird geübt:

Wir üben ab heute täglich morgens und abends fünf Runden Nadi Sodhana Pranayama. Wir können das später steigern auf 20 Runden morgens und 20 Runden abends.

Wir sollten dies nie vergessen, nie vernachlässigen, nie wieder aufgeben. Nadi Sodhana Pranayama ist immer notwendig.

Einen Menschen, der seine Emotionen so sehr beherrscht, daß er sich nie ärgert, gibt es nicht und niemand lebt problemlos auf unserer schönen Welt. Daher ist es täglich notwendig, Nadi Sodhana Pranayama zu üben – weil sich die Nadis dadurch zwar reinigen, aber leider nicht rein bleiben.

  • Nadi Sodhana Pranayama  ist genau so notwendig wie das tägliche Geschirrspülen oder der regelmäßige Hausputz.
  • Eine Not muß abgewendet werden, der Schmutz darf nicht liegenbleiben: not – wendig!
  • Denken wir an das allbekannte Gesellschaftsspiel: Mensch, ärgere Dich nicht ! Na – und? Wie ist das? Es gibt ein Sprichwort: Lerne verlieren, so wirst Du furchtlos.
  • Wie grüßte doch der Herr Jesus seine Jünger: Fürchtet Euch nicht!

Da wir aber doch immer wieder Angst haben, Angst vor der Zukunft, Angst vor Verlust einer Sache oder eines lieben Menschen, einer Stellung oder des Ansehens, so ist es doch recht nützlich, in Nadi Sodhana Pranayama eine hilfreiche Methode zu kennen und anzuwenden.

Himmelsrichtungen im Pranayama

Pranayama-Yoga-HimmelsrichtungenUnsere Landkarte hat uns angewöhnt, Norden als “oben” anzusehen. Wenn wir Pranayama üben, sitzen wir mit dem Gesicht nach OSTEN, zur Morgensonne, gewendet.

Also ergibt sich:
Osten vorne, Westen hinten, Norden links und Süden rechts.

Die Sanskrit-Bezeichnungen:

 

  • Rechts und Links: Daksina rechts, Wama links,
  • Vorne und hinten: der vordere Nadi wird auch Purva Marg genannt, der hintere Weg Paschimotan. (vgl. Paschimotan Asana = Dehnung des Hinterteils.)
  • Aussen und Innen: Der äußere Weg wird Parish Path genannt, der innere Weg Madhyam Path.

Was beim Pranayama geschieht

Pranayama-Yoga-innerer-WegMittlerer Weg meint einen Bereich von ungefähr 10 bis 12 cm um die Mittelachse des  Körpers herum, der äußere Weg meint von dort aus bis zur Haut.

Im Pranayama ungeschulte Menschen haben keine Atembewegung im Rücken und auch keine im Beckenboden. Bei diesen Menschen kann Prana diese Gegenden nicht erreichen.

Wenn wir Pranayama üben, lenken wir Prana dorthin. Das bewirkt bessere Gesundheit.

Pranayama hat nichts mit Religion zu tun. Keine Religion hat etwas zu tun mit grundlegenden Fragen menschlicher Existenz, zum Beispiel damit, welche Körperbereiche sich beim Atmen bewegen oder nicht und ob dort Prana fließt oder blockiert ist.

Wir sitzen und beobachten den Atem, ob er langsam und gleichmäßig und stetig fließt. Das tun wir ca. 5 Minuten


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Je nach vorhandener Fähigkeit zur Verinnerlichung können sich jetzt bestimmte Phänomene ergeben, je nach Intensität des Übens

Pranayama-Yoga-Phänomene

  • Zum Beispiel wie Abb. 1 eine helle Lichtbahn um die Körperachse herum.
  • oder wie Abb. 2 eine Lichtkugel in der Mitte des Bauchraumes, die sich ausdehnt und wieder zusammenzieht (Sonnengeflecht)
  • Oder ein Dreieck mit der Spitze nach unten, die Winkel des Dreiecks unter den Achseln und die Spitze etwas unterhalb des Nabels als helle Lichtfläche in der Mitte des Rumpfes.
  • Es kann auch, wie Abb 4 zeigt, eine Bewegung entstehen, die entweder nach beiden Seiten geht, oder nach oben und unten.

Pranayama-Yoga-BewegungDie Empfindung kann, wie neben- stehende Skizze zeigt, entweder innerhalb des Chakras, innerhalb des Rumpfes bleiben oder sich nach außerhalb ausweiten.

 

Im nächsten Kapitel geht es um den “Touch of Air” und wie man “mentales Gestörtsein” behebt.

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